Burn-Out-Prophylaxe & Stressmanagement
 
Was ist Burn-Out?
Was ist Stress?
Die 12 Stufen zum Burn-Out
 
Burn-Out
„Nur wer einmal entflammt gewesen ist, kann auch ausbrennen“
 
Burn-Out kann beschrieben werden als ein über längere Zeit (Wochen, Monate) andauernder körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfungszustand, in dem es dem oder der Betroffenen nicht mehr möglich ist, sich durch normal übliche Regenerationsphasen (z.B. Wochenende, Urlaubswoche etc…) zu erholen.
 
Typisch für die Entwicklung eines Burn-Outs ist ein anfänglich sehr hohes Engagement für eine Sache (Job, Projekt, Beziehung) und ein starkes Verantwortungsgefühl, begleitet von der zunehmenden Vernachlässigung elementarer eigener Bedürfnisse – im Dienste der Sache. [Bsp.: Mittagessen am Schreibtisch, um nebenbei noch die Emails zu checken; Arbeit mit nach Hause nehmen; auch im Urlaub stets für die Firma erreichbar sein…] Durch das unvermeidbare, aber oft unerwartete, Erreichen von Grenzen kommt es früher oder später zu Frustration und Motivationsverlust, das Gefühl „ein Hamster im Laufrad“ zu sein oder „gegen Windmühlen“ zu kämpfen, was zur Verzweiflung und bis zum totalen Zusammenbruch führen kann. Je größer die ursprüngliche Begeisterung und je stärker der empfundene Widerstand bzw. das Gefühl der Hilflosigkeit, desto wahrscheinlicher kommt es zum Burn-Out.
 
Die Ursachen von Burn-Out sind so vielfältig wie die menschliche Psyche. Es kann aber angenommen werden, dass einem Burn-Out meist ein (wodurch auch immer) geschwächtes Selbstwertgefühl zugrunde liegt, das durch Erfolg in Beruf oder Beziehung gestärkt werden soll – eine Strategie, die häufig aufgeht, manchmal aber eben auch nicht.
 
Die Lösungsstrategien bei Burn-Out sind individuell ganz verschieden – es kann z.B. darum gehen, „Nein-Sagen“ zu lernen oder zu delegieren, sich überzogene Ansprüche an die eigene Person bewusst zu machen oder die Hintergründe einer perfektionistischen Einstellung zu durchschauen.
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Stress
 
Stress ist ein durch physiologische Parameter (Herzfrequenz, Blutdruck, etc.) nachweisbarer körperlicher Zustand, der durch eine natürliche Aktivierung des vegetativen Nervensystems (u.a. gesteuert durch Adrenalin) infolge von Reizen entsteht. Dieser Mechanismus ist lebenswichtig, um uns rasche Reaktionen auf mögliche Gefahren (z.B. herannahendes Auto, lauter Knall,…) zu ermöglichen. Eine gewisse Menge an Aktivierung mit entsprechenden Ruhepausen dazwischen ist notwendig, um uns körperlich und geistig fit zu halten (Eustress) – z.B. durch Sport oder eine geistig anspruchsvolle Aufgabe. Übermäßige Aktivierung über längere Zeit ohne die nötigen Ruhephasen (Distress) kann jedoch zu Störungen, im Extremfall zum Entgleisen, des Systems führen – ähnliches kann auch durch chronische Unterforderung passieren, was in unserer Gesellschaft allerdings seltener vorkommt.
 
Da durch das vegetative Nervensystem Körper und Psyche eng verbunden sind, können Entspannungsübungen (Meditation, Muskelentspannung nach Jacobson, Atemübungen,…), stärkende Ernährung und regelmäßige Bewegung helfen, den körperlichen und psychischen Stress-Zustand einer Person auszugleichen.
 
Bei lang anhaltenden Zuständen von (Di-)Stress kann es auch zu einer Burn-Out-Symptomatik kommen. In diesem Fall ist es meist nützlich die verschiedenen inneren und äußeren Stressoren bewusst zu machen und alternative Lösungsstrategien zu entwickeln.
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Die 12 Stufen zum Burn-Out
(nach Herbert Freudenberger)
 
Nicht jede der 12 Stufen muss in ausgeprägter Form auftreten, die einzelnen Stufen können auch überlappen. Die ersten drei Stufen erreicht fast jeder Mensch irgendwann – wenn derartige Verhaltensweisen längere Zeit andauern oder  sich systematisch wiederholen, kann eine systemische Beratung hilfreich sein, um neue Strategien zu erarbeiten.
Bei Stufe 4 bis 8 ist eine systemische Beratung anzuraten, da sowohl die körperliche Gesundheit als auch das soziale Leben der Betroffenen in Mitleidenschaft gezogen werden kann.
Ab Stufe 9 sollte gegebenenfalls eine Psychotherapie in Betracht gezogen werden.
Ab Stufe 11 ist aufgrund der akuten Gesundheitsgefährung zusätzlich eine ärztliche Behandlung notwendig.
 
1.       Der Drang / Zwang sich zu beweisen - Idealismus
2.       Verstärkter Einsatz ohne Delegation von Arbeit - „ganz oder gar nicht“
3.       Subtile Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse - Vergesslichkeit, nachlässige Ernährung
4.       Verdrängung von Bedürfnissen und Konflikten; absichtliches „Übergehen“ von körpereigenen Signalen (Leitsymptom: chronische Müdigkeit), vermehrter Konsum von Kaffee, Nikotin, Medikamenten
5.       Umdeutung von Werten, Desorientiertheit - „die Sache“ bestimmt ihre gesamte Lebensgestaltung
6.       Verstärkte Verleugnung der auftretenden Probleme - Intoleranz und Bagatellisieren der Situation
7.       Rückzug aus der Umwelt, Isolation, Verhaltensänderungen - Zynismus, „aufgesetztes“ Verhalten
8.       Verflachung des Lebens, beobachtbare Verhaltensänderungen - Besorgnis wird als Kritik gewertet, aggressives, abwertendes Verhalten
9.       Depersonalisation, Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit und den eigenen Körper
10.    Innere Leere
11.    Schwere Depression
12.    Zusammenbruch, völlige Burn-Out-Erschöpfung mit schweren körperlichen Symptomen

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Burn-Out Zyklus nach Freudenberger
Stresskurve